Technische Angaben
Datum
15. April 1982
Wetter
sehr schön, starke, kalte Bise
Karte
1:25ʹ000 Blatt 2511 Schaffhausen und Umgebung
Route
Bargen – Muli – Vorder Randen – Chriegacker – Schlothalde – Merishausen – Buechberg – Orserental P. 511 – Oberbirch – Sommerwies – Holenbaum – Chlus – Lahnbuck – Neuhausen – Schloss Wörth – Nohl – Station Dachsen
Höhen ü.M.
Bargen 605 m, Vorder Randen 807 m, Merishausen 533 m, Buechberg 707 m, Sommerwies 484 m, Holenbaum 543 m, Schloss Wörth 359 m, Dachsen 395 m
Zeiten
Bargen – Merishausen 1 ¾ Std., Merishausen – Hemmentalertal 1 ¾ Std., Hemmentalertal – Schloss Wörth 1 ½ Std., Schloss Wörth – Dachsen ½ Std.
Unterkunft
—
Verpflegung
verspätetes Mittagessen im Schloss Wörth
Besonderes
—
Etappenbericht Looser
8. März 2026
Etappe 1
Von Bargen nach Station Dachsen
Für die erste Etappe dieser Wanderung, die nicht wie bei der Ost-West-Reise so quasi vor der Haustüre lag, brauchte es den Anstoss eines besonders schönen Frühlingstags, dass wir uns dem Zug anvertrauten, der uns Bodensee, Untersee und Rhein entlang nach Schaffhausen trug. Auf dem stahlblauen See zeigten Schaumkrönchen eine frische Bise an, und erst an besonders geschützten Spalierbäumen wagten sich die ersten Blüten hervor. In Schaffhausen stiegen wir ins Postauto um, das uns in 20minütiger Fahrt durchs Merishausertal an den Ausgangspunkt der neuen Fussreise nach Bargen 687.684 E / 294.296 N brachte. Aus dem sauberen Dörfchen mit seinen weissgekalkten, steinernen Reihenhäusern machten wir uns so rasch wie möglich auf den Weg, um uns etwas warmzulaufen. Durch das Mülital und den noch vorfrühlingshaften Wald am Nordabhang des Bargemer Randens, wo wir blühenden Seidelbast und die ersten Leberblümchen antrafen, erreichten wir nach kurzem, steilem Aufstieg das Hochplateau von Vorder Randen. Die weiten Hochflächen auf den Randenhöhen mit den stattlichen Einzelbäumen (Föhren) und den harmonisch gewellten Magerwiesen, fast ohne Besiedlung, sind uns als typisches Bild dieser Juralandschaft haften geblieben. Die flachen Rücken tragen meistens Buchenwald, während die steilen Hänge, die sich in die Trockentäler hinabsenken, mit Föhren und Tannen bewachsen sind.
Auf den fast baumlosen Höhen genossen wir eine grossartige Aussicht gegen Süden, wo sich der Alpenkranz noch ganz schwach im blauen Frühlingsdunst abzeichnete. An windgeschützten Stellen lockte die strahlende Sonne zum gelösten Ausstrecken der Glieder. Im übrigen sorgte die sehr abwechslungsreiche Topografie durchaus dafür, dass der noch wenig trainierte Organismus bald wieder auf Touren kam. Kaum hatten wir den Bargemer Randen überschritten und eine erste flache Senke dem Westrand des Dorfes Merishausen entlang durchquert, ging es gleich wieder steil hinauf zum Buechberg. Mit Recht trägt dieser seinen Namen, ist doch der Buchenbestand auf seinem breiten Rücken besonders ausgedehnt. Im frischen Grün seiner Buchenblätter vermittelte er so recht den Eindruck des jungen Frühlings. Erneut hatten wir dann durch einen Föhrenwald in ein schmales Trockental hinabzusteigen, das mit seinem Namen Orserental eigentlich an den Bären erinnert, obwohl an seinem Ende der Wolfengrund liegt. Jedenfalls gab es hier früher einmal wildes Getier im Übermass. Wieder ging es hinauf und hinunter, über bewaldete Höhen und in jetzt dichter überbaute Trockentäler im Nordwesten von Schaffhausen, bis wir schliesslich beim Aussichtspunkt mit dem wenig sympathischen Namen Galgenbuck den Blick freibekamen auf die Stadt Schaffhausen, den Industrieort Neuhausen und ganz unten das silbrig schimmernde Band des Rheins mit dem Rheinfall 688.439 E / 281.643 N gerade unter uns. Jetzt folgte noch ein kurzer Abstieg durch die Wohnquartiere Neuhausens und zuletzt über Treppen hinunter zum Schloss Wörth. Es war aber auch höchste Zeit, dass wir Gelegenheit bekamen, Hunger und Durst zu stillen; denn auf dem ganzen Weg über Berg und Tal durch den Schaffhauser Ausläufer des Juras hatten die dafür vorgesehenen Häuser gefehlt. Wir hatten aber solche Freude an der schönen Frühlingswanderung empfunden, dass wir uns angesichts des wild schäumenden Rheinfalls nun ein adäquates, wenn auch verspätetes Mittagessen leisteten. Der kurze Marsch auf dem Rheinuferweg bis zum Fussgängersteg von Nohl und dann das linke Flussbord hinauf zum bereits zürcherischen Bahnhöflein von Dachsen-Uhwiesen war mehr nur noch ein notwendiger Verdauungsspaziergang nach wohlgenossener Mahlzeit. Mit dem Zug erreichten wir in einer guten Stunde wieder den Heimathafen, hochbefriedigt über den glücklichen Beginn der neuen Wanderunternehmung.
(Im Oktober 1984 habe ich im ‹Alleingang› auch noch den Grenzstein Nr. 593, den absolut nördlichsten Punkt der Schweiz, besucht. Er steht etwa 1 Stunde von Bargen entfernt am Ende eines Waldzipfels auf einer der Randenhöhen. Bei Gelegenheit wollen wir auch noch zum Grenzstein Nr. 75 B, dem südlichsten Punkt der Schweiz bei Chiasso, hinauswandern.)