Les Paccots-Vevey

Technische Angaben

Datum
4. August 1982

Wetter
zuerst trüb und regnerisch, später aufhellend und warm

Karte
1:25’000 Blatt 1244 Châtel-St-Denis

Route
P. 1127 (Pont de la Cascade) – Les Joncs – Passerelle de Fégire (P. 1023) – Fontana David – Les Mossettes – Les Pléiades – Pré du Chable – Les Chevalleyres – La Chiésaz – Château d’Hauteville – Vevey (Débarcadère)

Höhen ü.M.
P.1127, Les Joncs 1197m, P.1023, Fontana David 1133 m, P. 1397, Rest.Pléiades 1360 m, Les Chevalleyres 756 m, Vevey 375 m

Zeiten
P.1127 – Les Crêtes 1 Std., Les Crêtes – Pléiades 2 1⁄2 Std., Pléiades – Vevey 2 1⁄2 Std.

Unterkunft
bei Greti in Blonay

Verpflegung
Rucksack, Zvieri im Rest.Pléiades

Besonderes
sehr gute Wanderwegmarkierung in den Kantonen Freiburg und Waadt

Etappenbericht Looser
10. August 2023

Etappe 14

Von Les Paccots nach Vevey

…über die Gewichtszunahme in der Hotelfachschule…

Von dieser unschwer aufzufindenden Brücke aus begann bei leicht rieselndem Nebelregen dann die letzte Etappe zum Genfersee.Am Anfang war alles etwas trüb: der triefende Nebel, die grauen Regenpelerinen, die verschlossenen Wochenendhäuser in der Siedlung Les Rosalys, die stillgelegten Skilifte und Sesselbahnen bei Les Joncs, der nasse rutschige Abstieg ins düstere Tobel der Veveyse de Fégire, die auf der etwas fragwürdigen Passerelle de Fégire überschritten wurde. Auch beim Wiederanstieg auf die Terrasse von Fontana David tropfte noch alles. Hier möchte ich bemerken, dass in den Kantonen Freiburg und Waadt (die Grenze hatten wir auf der Passerelle de Fégire passiert) zwar viele Alpwege und Waldsträsschen asphaltiert sind, dafür aber die Wanderwegmarkierungen einwandfrei und häufig sind. Auf einer bequemen Güterstrasse führte der Weg fast horizontal gegen Westen bis zum Nordgrat der Pléiades, deren Gipfel man auf dem ausgeprägten Grasrücken mühelos erreicht. Es hatte aufgehört zu regnen, und vom Restaurant der Pléiades aus, wo wir einen wohlverdienten Zvieri genossen, sahen wir zwar noch keine Schneeberge, aber die sonnenbeschienene Fläche des Genfersees fast 1000 Meter unter uns. Diese ansehnliche Höhendifferenz auf kurzer Horizontaldistanz war mit einem sehr ruppigen Abstieg durch den lockeren Wald auf der Westflanke der Pléiades zu bewältigen. Oberhalb Blonay 558.626 E / 146.291 N fing es dann an, gemütlicher zu werden. Der Wald wich den Feldern und Wiesen und schliesslich den Rebbergen. Aus den steinigen Bergpfaden wurden gepflegte Spazierwege und die Bauernhöfe machten städtischen Villenquartieren Platz. Vorbei an den imposanten Schlössern von Blonay und d’Hauteville mit ihren riesigen Pärken gelangten wir schliesslich in die Gassen von Vevey, und nachdem wir wirklich bis ganz zur Schiffsstation hinuntergestiegen waren, konnten wir uns im schönsten Sonnenschein auf der Place du Marché zum Willkommenstrunk am Genfersee niederlassen.

Was jetzt noch folgt, ist so etwas wie eine Zusatzrunde bei einem grossen Radrennen. Wohl wussten wir, dass bis zum Endziel Genf noch etwa 50 km auf der französischen Seite des Genfersees zurückzulegen seien. Wir hatten dabei die Absicht, ganz gemütlich von Evian aus dem Ufer des Sees entlang zu spazieren. Doch der Purist in unserer Familie machte uns klar, dass der gerade Strich von Rorschach nach Genf bei Meillerie ans andere Ufer stösst und dann durch die Vorberge und Hügel der Haute Savoie zum Hinterland der Rhonestadt führt. Um allen Anforderungen gerecht zu werden, liessen wir uns deshalb anfangs Oktober auf der Rückreise von Congénies im Hotel Savoie et Léman der französischen Hotelfachschule in Thonon nieder und genossen die emsige Bedienung der zahlreichen Fachschüler. Weil es wirklich zu viele waren, standen sie einander gelegentlich auch im Weg, oder eine Bestellung musste mehrere überflüssige Stationen anlaufen, was viel Zeit in Anspruch nahm; aber im Endresultat war das Ganze unterhaltsam und komfortabel. Da der Kochlehrer offenbar erstklassig war, stellten wir nach Abbruch der Übung eine ganz beträchtliche Gewichtszunahme fest, die uns noch den ganzen Winter über beschäftigte.