Schwarzsee-Gruyères

Technische Angaben

Datum
6. August 1982

Wetter
wechselnd bewölkt, Sonnenschein abwechselnd mit leichten Regenschauern

Karte
1:25’000 Blätter 1226 Boltigen, 1225 Gruyères

Route
Schwarzsee – La Balisa – Les Reposoirs – Les Ciernes – Charmey – Vallée de Motélon – Les Gîtes – Broc (Forcel) – Chapelle des Marches – Le Pont qui branle – Gruyères

Höhen ü.M.
Schwarzsee 1046 m, La Balisa 1414 m, Charmey 887 m, Le Pont qui branle 699 m, Gruyères 830 m (Gare 750 m)

Zeiten
Schwarzsee – La Balisa 1 1⁄4 Std., La Balisa – Charmey 2 1⁄2 Std., Charmey – Gruyères 3 Std.

Unterkunft
Hotel Bad Schwarzsee

Verpflegung
Mittagessen in Charmey, Rest.Etoile

Besonderes
sehr schöne, moderne katholische Kirche in Schwarzsee (Gypsera). Von Gruyères bis Schwarzsee mit Tageskarte der GFM, für Bahn und Bus gültig.

Etappenbericht Looser
8. August 2023

Etappe 16

Von Schwarzsee nach Gruyères

Ein Städtchen voll Jahrmarkt

Am andern Tag begann der Aufstieg zum sanften Übergang La Balisa, der Wasserscheide zwischen Sense und Saane beim grossen Militärlager am Schwarzsee, das in der Ferienzeit aber von fröhlicher welscher und ausländischer Jugend beiderlei Geschlechts bevölkert ist. Wieder führt der gute Weg über Alpweiden, ähnlich wie an der Hochalp, wo man auch schon am Rand zum Mittelland ist. Wir empfanden eine solche Morgenwanderung bei schönstem Sonnenschein als Spaziergang, hatten wir doch schon ganz andere Höhendifferenzen hinter uns gebracht. Etwas langgezogen war dann der Abstieg Richtung Charmey 579.167 E / 162.860 N, zum Teil auch wegen der Notwendigkeit, asphaltierte Strässchen zu benutzen. Die zwischenhinein nun auch wieder einsetzenden Regengüsse sorgten aber dafür, dass der ‹Strassentippel› keine zu heisse Angelegenheit wurde, und die Regenpelerinen trockneten doch immer wieder. Die Ausblicke auf die riesige Klosteranlage La Valsainte auf der andern Talseite und die Vorberge des Greyerzerlandes liessen den Vorsatz reifen, doch einmal den bergigen Teil des Kantons Freiburg extra zu besuchen. Ein solches Unternehmen wird übrigens dadurch erleichtert, dass die Freiburger Verkehrsbetriebe (GFM) Tageskarten ausgeben, die auch auf ihren Autostrecken gültig sind, was eine sehr ansehnliche Verbilligung der Transporte bewirkt. Während eines neuerlichen Gewitterregens kehrten wir im Hôtel de l’Etoile in Charmey, dort, wo die Strasse vom Jaunpass herunterkommt, zu einem schmackhaften Mittagessen ein. Das Servierpersonal bestand aus einer recht munteren Mischung von Place Clichy und Jungfrauenkongregation.

Auch das nächste Wegstück auf der Südseite des Stausees Lac de Montsalvens musste auf einer geteerten Nebenstrasse zurückgelegt werden, so dass wir die periodisch einsetzenden Regengüsse als nicht unangenehm empfanden. Erst beim Abstieg nach Broc verschwanden die Gewitterwolken endgültig. Im Talboden von Gruyères war es dann wieder möglich, auf eigentliche Wanderwege auszuweichen, zuerst auf einem Wiesenpfad dem Talrand entlang zur Wallfahrtskapelle Chapelle des Marches, dann durch Auenwald zur Saanebrücke mit dem schönen Namen Le Pont qui branle (er tat es aber nicht) und schliesslich auf einem alten Reitweg hügelan zu Kirche und Schloss der Grafen von Greyerz. Das Städtchen Gruyères erwies sich wie immer als bunter, für die Touristen aufgemachter Jahrmarkt. Der Vergleich mit Appenzell liegt auf der Hand. Beim Bahnhof gibt es auch eine Schaukäserei. Aber nirgends sind Erdbeeren und Himbeeren mit richtigem, dickem Rahm so anmächelig und gut wie in Gruyères! Wir vertilgten davon so viel, dass wir dann eben froh um das erwähnte Generalabonnement waren, mit dem wir beinahe aufenthaltslos über Bulle und Freiburg bis zum Standquartier im Hôtel des Bains am Schwarzsee zurückfuhren.