Station Dachsen-Station Pfungen

Technische Angaben

Datum
25. April 1982

Wetter
sonnig, eher kühl

Karte
Landeskarten im Massstab 1:25’000, Blätter 2511 «Schaffhausen und Umgebung», 1052 «Andelfingen» und 1072 «Winterthur».

Route
Dachsen Stat. – Höllbach – Isenbuck – Marthalen – Alten – Thurbrücke – Vord. Egg – P. 489,7 – Dorf – Schindlenberg – Desibach – Bebikon – Chrumenhalden – Hinterhueb – Mittlerhueb – Talguet – Tösssteg – Station Pfungen

Höhen ü.M.
Dachsen 395 m, Isenbuck 411 m, Marthalen 391 m, Alten 394 m, Thurbrücke 358 m, Egg 490 m, Dorf 426 m, Wolschberg 610 m, Mittlerhueb 550 m, Tösssteg 390 m, Stat. Pfungen 411 m

Zeiten
Dachsen – Marthalen 2 Std., Marthalen – Dorf 1 ¾ Std., Dorf – Pfungen 2 ½ Std.

Unterkunft
—

Verpflegung
Mittagessen im Landgasthof Taverne in Dorf

Besonderes
interessanter Übergang vom Randenjura durch Moränenlandschaft zur Molasse, mit entsprechend wechselnder Vegetation (Föhren / Buchen – Tannen)

Etappenbericht Looser
11. Oktober 2026

Etappe 2

Von Bargen nach Station Dachsen

Schossen fast wie Pilze aus dem Boden: Autofriedhöfe


Das schöne Frühlingswetter ausnützend, setzten wir uns schon 10 Tage später wieder in den Zug, um über Winterthur die uns bisher völlig unbekannt und gleichgültig gewesene Station Dachsen an der Schaffhauser Linie zu erreichen. Der Weg, den wir bei wieder sehr angenehmer Wandertemperatur mit leichtem Gepäck unter die Füsse nahmen, führte zunächst durch ebene Wiesen und dort, wo kleine Bäche zum nahen Rhein hinunterstreben, durch kleine Waldstücke, zwischen dem Bahndamm und dem Steilbord am Fluss südwärts, bis wir bei einem etwas ausgeprägteren Bachtobel zur Terrasse von Benken hinaufwechselten. Von da an wanderten wir immer auf Fusswegen oder Flurstrassen über die noch frühlingshaft grünen Felder, durch die stattlichen Bauerndörfer Marthalen und Alten bis zur breiten Senke des unteren Thurtals. Den Fluss, den wir auf der früheren Wanderung bei Lichtensteig von Osten nach Westen überquert hatten, kreuzten wir jetzt an seinem Unterlauf auf der Brücke zwischen Alten und Andelfingen. Hier erreichten wir auch den tiefsten Punkt unserer Reise auf der Alpennordseite (358 m ü.M.). Erst im Tessin stiegen wir dann noch etwas weiter hinunter. Statt nach Andelfingen hinein wandten wir uns bald nach der Brücke wieder genau südwärts und gelangten damit nach den flachen Kiesterrassen des Rhein- und Thurgebiets wieder in ausgesprochenes Hügelland, wo an besonders geschützten Sonnenhängen auch noch Reben gepflanzt werden, die den Zürcher Landwein liefern. Über die erste, noch bescheidene, aber auf der schattigen Nordseite dicht bewaldete Hügelkette kamen wir etwas nach 13 Uhr zum Weiler Dorf, wo wir uns im etwas hochglanzpolierten Landgasthof Taverne zum Mittagessen niederliessen. Dabei erfuhren wir von meinem ländlichen Kollegen aus Humlikon (er hatte auch gerade sein Amt aufgegeben) die neuesten Ergebnisse der Zürcher Gemeindewahlen. Vom Dorf aus spazierten wir weiter geradewegs gegen Süden und überstiegen immer auf bequemen Wanderwegen die bewaldeten Hügelzüge des Schindlenbergs und des Wolschbergs über Desibach nach Bebikon. Die Föhren und Buchen, die wir auf dem Randen und noch dem Rhein entlang angetroffen hatten, machten nun wieder den Tannen Platz, und in den Bungerten rund um die stattlichen Bauernhöfe blühten die Obstbäume, ein erfreulicher Anblick, der leider etwas gar zu häufig durch unästhetische Ablagerungen demolierter Altautos versaut wurde. Diesem Wohlstandsproblem sollten auch im Kanton Zürich Natur- und Heimatschutz etwas eifriger nachgehen. Auf einem romantischen Schluchtweg folgten wir ein Stück weit dem Ober Tobel westlich Neftenbach. Hier hatten wir dann so richtig die vertraute Umgebung von Sandstein und weichem Mergel, die im feuchten Klima der Nordostschweiz die tief eingeschnittenen Tobel mit den nassen, rutschigen Lehmwänden entstehen lassen. Dann folgte aber noch einmal eine sonnige und aussichtsreiche Wegstrecke über die östlichen Ausläufer des Irchels, vorbei an immer stattlicheren Bauernhöfen, bis wir beim Talguet durch Obstgärten und Rebberge steil hinunter zu einem Fussgängersteg abstiegen, der die Töss dort überquert, wo der Fabrikkanal zur Tuchweberei Pfungen abzweigt. Dann blieb nur noch der kurze Spaziergang durch die Ebene zur Station Pfungen-Neftenbach 690.988 E / 263.510 N, von wo wir nach kurzem Umsteigehalt in Winterthur bald wieder zu Hause ankamen, diesmal etwas müder als sonst; denn man spürte gegen Abend den Föhn in der Luft.